Im Rahmen unseres Projekts im Wahlunterricht Forschen beschäftigen wir uns schon einige Zeit mit dem Thema Frischhaltefolien. Vor allem interessierten uns Chitosan-Folien, da diese aus einem Abfallprodukt, wie z. B. Krabbenschalen, hergestellt werden können. Wir produzierten selbst viele verschiedene Biofolien mit unterschiedlichen Additiven und untersuchten intensiv deren Eigenschaften. Das brachte uns auf die Idee, auch käufliche Folien zu testen. Können Biofolien ebenso gut oder sogar besser funktionieren als herkömmliche erdölbasierte Folien und damit eine umweltfreundlichere Alternative sein?

Leonard und sein Team aus Marburg (Hessen) testeten Frischhaltefolien
Untersuchungsmethode
Für den Test haben wir 20 verschiedene Frischhaltefolien ausgewählt – sowohl gängige, erdölbasierte Varianten und solche mit Recycling-Anteil als auch kompostierbare und selbst hergestellte Folien aus biologischen Materialien.
Folgende Kriterien haben wir für unsere Untersuchung festgelegt, Gewichtung in Klammern:
- Frischhalten (30%): Untersuchung der Sauerstoff- und Wasserstoffdurchlässigkeit der Folien, Bewertung von Schimmelbildung und Verdunstung anhand von Käsescheiben und Apfelsaft
- Nachhaltigkeit (20%): Überprüfung der Inhaltstoffe, Test der biologischen Abbaubarkeit mit Hilfe von 40 Asseln
- Reißfestigkeit und Elastizität (20%): Ermittlung von Abrisskräften, Bruchdehnungen und Elastizitätsmodulen mittels selbstgebauter Low-cost-Zugmaschine und Python-Programm
- Handhabung (25%): Qualitative Beurteilung von Haptik und Optik durch zwei Prüfpersonen
- Hitzebeständigkeit (5%): Schrittweises Erhitzen im Trockenschrank – bis sichtbare Materialveränderungen auftraten
Ergebnisse
Die Testergebnisse zeigen erhebliche Unterschiede zwischen den verschiedenen Folienarten. So weisen herkömmliche Frischhaltefolien zwar gute Gebrauchseigenschaften auf, belasten aber die Umwelt. Einige der gekauften vermeintlichen „Ökofolien“ sind ebenfalls erdölbasiert. Der Zusatz „öko“ bei diesen Produkten ist damit irreführend und als Greenwashing zu werten. Bienenwachstücher sind eine gute Alternative in Hinblick auf Wiederverwendbarkeit und Schimmelschutz. Selbst hergestellte Folien sind dagegen vollständig abbaubar, benötigen jedoch Verbesserungen hinsichtlich der Wasserdampfbarriere. Hybridfolien aus mehreren Schichten zeigen großes Potenzial für nachhaltigere Verpackungslösungen.

